Heinz
Herker: Verabschiedung vom obersten Gärtner Westfalen-Lippes
18 Jahre stand Heinz Herker
aus Bochum an der Spitze des Landesverbandes Gartenbau Westfalen-Lippe.
Am Freitag (11.) haben über 120 Gäste ein ausgefeiltes Programm
erlebt, mit dem "ein ganz besonderer Mann und Weggefährte"
auf ganz besondere Weise aus dem Amt des Präsidenten verabschiedet
wurde.
"Heinz Herker ist ein Mensch, der Spuren hinterlassen hat. Diesen
Spuren nachzugehen ist eine Herausforderung," gestand sein Nachfolger
Helmut Rüskamp aus Dülmen bei Herkers Verabschiedung.
Einen Teil dieser "Spuren"
haben die Organisatorinnen im Vorfeld aufgespürt. Als Örtlichkeit
der Tierpark in Bochum, als Bühne ein Floß und statt einer
Laudatio verschiedene Filme, die Auszüge aus Interviews mit den Kolleginnen
und Kollegen und langjährigen Weggefährten zum Thema "Wer
ist Heinz Herker?" zeigten. In ganz besonderer Weise geschnitten
und moderiert von Stephi Schmidt (ZDF) sorgten diese Filme für Rührung,
respektvolle Anerkennung aber auch für viele Lacher unter den Gästen.
Ganz nach dem Geschmack von Heinz Herker, für den seine Arbeit für
den Berufsstand auch immer viel Freude im Umgang mit Menschen bedeutet.
Und dass diese Freude des menschlichen
Umgangs miteinander auf Gegenseitigkeit beruht, zeigten die vielen Anekdoten
und kleinen Geschichten, in denen die Gäste erfuhren, dass Herker
nicht nur ein kreativer Unternehmer, ein geduldiger Diplomat und auch
engagierter Kämpfer für den Berufsstand , sondern auch ein leidenschaftlicher
Golfer und Autofan ist.
Als Chef ließe er auch
andere Meinungen gelten und hätte für jeden ein freundliches
Wort. "Man kann einem Menschen wohl kaum ein größeres
Kompliment machen, als dass er ein Vorbild ist," sagte Bernd Wortmann,
Vizepräsident des Landesgartenverbandes Westfalen-Lippe in seiner
Ansprache.
Für Heinz Herker war das
ehrenamtliche Engagement während seiner ganzen beruflichen Laufbahn
Anliegen und Selbstverständlichkeit. 1992 wurde er in das Amt des
Präsidenten im Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe e.V. gewählt,
aus dem er sich nun offiziell verabschiedete. Dies mit einem lachenden
und einem weinenden Auge, "Ich weiß, dass meine Nachfolge in
guten Händen ist", sagte Herker in seinen Dankesworten an diesem
Abend. Und als Präsident des Zentralverbandes Gartenbau Berlin werde
er auch weiterhin für die westfälischen Gärtner Ansprechpartner
sein.
Und warum ein Floß als
Bühne? "Mein Mann würde gerne mal die Welt umsegeln",
verriet Herkers Frau Giseltrud. Ob er bald dazu kommen werde, sei aber
zu bezweifeln, da der rüstige Rentner seine Leidenschaft als Ehrenamtlicher
auch weiterhin als Zentralverbandspräsident ausleben werde,
Vita Heinz Herker:
Heinz Herker ist der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau e.V.
(ZVG), der seine drei Dienstsitze in Bonn, Berlin und Brüssel hat.
Am 30. November endete seine Amtszeit als Präsident des Landesverbandes
Gartenbau Westfalen-Lippe nach 18 Jahren aufgrund einer Satzungsrichtlinie
des Landesverbandes, die vorsieht, dass eine Amtszeit für Präsidenten
ab dem 65. Lebensjahr nicht mehr möglich ist.
Seit 1978 ist Herker Mitglied im Präsidium des Landesverbandes, Mitglied
des Vorstandes der Fachgruppe Blumen- und Zierpflanzen. 1979 Mitbegründer
und Vorsitzender des Arbeitskreises Junger Unternehmer. 1986 wurde er
Sprecher des Endverkaufs in der Fachgruppe, gleichzeitig deren stellvertretender
Vorsitzender. Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft Blumen für
den Bereich Endverkauf. 1990 die Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden
der Arbeitsgemeinschaft Qualitätszeichen und schon 1992 Vorsitzender
des Bundesverbandes Endverkauf im ZVG, jetzt Bundesverband der Einzelhandelsgärtner.
Seit dieser Zeit ist er auch Mitglied des ZVG-Vorstandes und seit 1992
Mitglied im ZVG-Verbandsrat und dem heutigen Präsidium als Präsident.
Am 01.12.1992 wurde er zum neuen Präsidenten des Landesverbandes
Gartenbau Westfalen-Lippe als Nachfolger von Heinz Flüthmann gewählt.
Damit war die zusätzliche Übernahme des Vorsitzes im Aufsichtsrat
der Gesellschaft für Dauergrabpflege verbunden. In den 18 Jahren
seiner Präsidentschaft als der Präsident aller Gärtner
in Westfalen-Lippe tat er alles dafür, die Gruppen zusammenzuhalten,
bzw. wieder zusammenzuführen.
Vielen Gremien stand und steht er vor. Unter anderem ist er außerdem
ehrenamtlich als Handelsrichter beim Landgericht Bochum tätig, Mitglied
der Hauptversammlung der IHK, Mittleres Ruhrgebiet.
Die Eigenschaft, Interessen zusammenzuführen, sich für Kollegen
einzusetzen, kommt auch darin zum Ausdruck, dass er seit 1987 Mitglied
bei den Rotariern ist, dort auch vor einigen Jahren von der Gruppe Bochum
Präsident war.
Ebenfalls hat er den Vorsitz der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau-
und Landespflege (LAGL) Nordrhein-Westfalen und ist derzeit Vorsitzender
des IPM-Messebeirates sowie im Aufsichtsrat der Bundesgartenschau Koblenz
2011.
Nach einer gärtnerischen Ausbildung übernahm Heinz Herker im
Jahr 1976 den von seinem Vater gegründeten Gartenbaubetrieb in Bochum.
Der Betrieb Herker war bekannt durch seine industriefesten Stiefmütterchen.
Der sich schon damals abzeichnende Strukturwandel im Gartenbau veranlasste
Heinz Herker, seinen Betrieb schrittweise auf den Direktabsatz umzustellen.
Dies erfolgte durch den Umbau des Stammbetriebes zum Pflanzencenter und
die Einrichtung eines Garten- und Landschaftsbaubetriebes (wird heute
von seinem Sohn Heinz Herker jun. geführt). Die heutigen Betriebe
beschäftigen 50 Vollarbeitskräfte und umfassen rund 13.000 m²
Betriebsfläche.
Bildunterschrift:
Heinz Herker (links) wurde aus dem Amt des Präsidenten des Landesverbandes
Gartenbau-Westfalen-Lippe e.V. verabschiedet. Der Dank galt auch seiner
Frau Giseltrud, den der neue Präsident Helmut Rüskamp im Namen
der Verbandsmitglieder mit einem Blumenstrauß aussprach.





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