(ZVG) Blühende Stauden, prächtige
Bäume und Kieswege, die zu einem Spaziergang einluden: Bundeslandwirtschaftsministerin
Ilse Aigner nahm heute die Einladung des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG)
zum Anlass, sich die Bundesgartenschau in Schwerin trotz engen Zeitplans doch
noch anzuschauen. Und sie genoss das Schmuckkästchen, ein nachhaltiges
Kleinod, wie sie die BUGA 2009 bezeichnete, sichtlich beeindruckt, bei
dem spontanen Rundgang unter Führung von Heinz Herker (Präsident
des ZVG und Präsident des Landesverbandes Gartenbau Westfalen-Lippe,
ZVG-Vizepräsident Jürgen Mertz, Karl-Heinz Plum, Präsident
Bund deutscher Baumschulen (BdB), sowie BUGA GmbH Geschäftsführer
Dr. Josef Wolf.
Wir Gärtner heute
für morgen! Unter diesem Motto stand der Gartenbautag 2009, der
am 4. September auf der BUGA in Schwerin erfolgreich von mehr als 300 Gärtnerinnen
und Gärtnern, Vertretern aus Wissenschaft, Beratung, Vertretern anderer
Verbände sowie Freunden und Förderern der Branche gefeiert wurde.
Aus der Politik waren auf Einladung des ZVG zahlreiche Abgeordnete des Bundestages
und der Landtage an diesem Tag zu Gast auf dem Bundesgartenschaugelände.
Andreas Lohff, ZVG-Vizepräsident und Präsident des gastgebenden
Gartenbauverbandes Nord (GVN) moderierte die Veranstaltung. Seine Ko-Moderatorin
stellte er selbst vor: Die Deutsche Blumenfee Victoria Salomon aus Halle trat
am heutigen Gartenbautag ihre zweite Amtszeit als Repräsentantin der
Gärtner und Floristen an.
| Wir Gärtner
- heute für morgen: Ich bin stolz, auf das, was wir alle zusammen
hier unter dieser Devise geschaffen haben. Dieses Motto prägt unseren
Beruf grundlegend. Unser Handeln - und das wurde im vergangenen Jahr überdeutlich
- steht damit im krassen Widerspruch zum Handeln derjenigen, die Profitgier
und eine Alles-sofort-Mentalität über Nachhaltigkeit
und Verantwortung stellen. ZVG-Präsident Heinz Herker ermutigte damit die Kolleginnen und Kollegen so weiterzumachen und als Berufsstand zusammenzustehen. Dazu gehöre auch eine qualitätvolle Ausbildung: Die Energie, die wir hier hinein stecken, zahlt sich mehr aus, als jede andere Investition. Außerdem müsse die Ausbildung darauf ausgerichtet sein, dass Dienstleistung und Handel für den gesicherten Absatz gärtnerischer Produkte unabdingbar sei. Die jüngsten positiveren Wirtschaftsmeldungen ließen hoffen, so Herker weiter, doch sollten höhere Steuereinnahmen dann zu großen Teilen in Schuldenabbau und Zukunftsprojekte wie Bildung fließen. Nur so können wir Gärtner heute für morgen da sein, uns aktiv einbringen in Wirtschaft und Gesellschaft und weiterhin mit Herz und Verstand unsere Verantwortung wahrnehmen!, betonte der Gärtner-Präsident. |
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Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister
Mecklenburg-Vorpommerns, stellte in seinem Grußwort die wirtschaftliche
Bedeutung der BUGA heraus: Die Wirtschaftsimpulse fanden ihre Wirkung
auch im Erwerbsgartenbau unseres Landes. 80 Prozent der Aufträge an einheimische
Firmen das ist nicht selbstverständlich und Ausdruck der hohen
Verantwortung aller Entscheidungsträger, ein solches Großereignis
für das Land und seine Entwicklung zu nutzen. Durch die BUGA werden insgesamt
Investitionen von rund 350 Millionen Euro in Schwerin und Region ausgelöst,
die die positive Wirkung der Gartenschauschau auf die Landeshauptstadt und
die Regionalentwicklung verdeutlichen.
Schwerins Oberbürgermeisterin
Angelika Gramkow bedankte sich bei den Gärtnerinnen und Gärtnern
für ihre Leistung auf der BUGA: Dass der Berufsstand Einheimische
und Gäste aus der gesamten Bundesrepublik zum Staunen gebracht hat, zeigen
die großartigen Inszenierungen der Gartenbaukunst. Bereits über
1,5 Millionen Menschen waren fasziniert von der Gestaltung. Mit Ihrer Hilfe
haben wir in der Geschichte der Bundesgartenschauen neue Maßstäbe
setzen können. Danke! Die Ministerin des Bundesministeriums für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstrich in ihrer
Ansprache die hohe Bedeutung des Gartenbaus: Die vielen mittelständischen
Gartenbaubetriebe sind eine wirtschaftliche Stütze unserer Regionen und
ländlichen Räume.
Das BMELV habe das Bundesprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz in der
Landwirtschaft und im Gartenbau erarbeitet. Die entsprechende Förderrichtlinie
werde in nächster Zeit veröffentlicht. Dies sei nötig, um die
entsprechenden Rahmenbedingungen für den Gartenbau seitens der Politik
zu schaffen. Aufgrund der stetig steigenden Energiekosten sei eine energieeffiziente
Produktion, insbesondere im Unterglasanbau, wichtiger denn je. Nach ihrer
Ansprache verlieh Aigner den seit 1997 jährlich vergebenen und mit 15.000
Euro dotierten Deutschen Innovationspreis Gartenbau 2009 für drei Neuentwicklungen.
Die diesjährigen Preise zeichnen Innovationen aus, die sich durch ihren
Charakter, Umweltverträglichkeit oder besondere Berücksichtigung
der Verbraucherbelange hervortun.
In der Kategorie Pflanze
wurde der Preis für die Ericazüchtungen Beauty Queens
vergeben. Stellvertretend für die an der Züchtung beteiligten Unternehmen
wurde dafür der Gartenbaubetrieb Holz aus Weeze ausgezeichnet. Durch
Selektion und Züchtung sei verbessertes Pflanzmaterial erhältlich,
das ein erhebliches Marktpotenzial mitbringe. Die Beauty Queens
böten eine Chance, der Kultur und dem Absatz von Heidepflanzen neuen
Schwung
zu geben.
In der Kategorie Technik
wird die Firma Mertz-Röcker Handelsagentur GbR für den FlowerSafe
ausgezeichnet. Es ist ein von ihr entwickeltes, mehrfach verwendbares Schutzgewebe
zum Umwickeln von CC-Transportcontainern. Durch die Verwendung von FlowerSafe
kann der Einsatz von Stretchfolie als Schutzverpackung für CC-Container
erheblich reduziert werden, da das licht- und luftdurchlässige Kunststoffgewebe
wieder verwendbar ist. In der Kategorie Kooperation/Betriebsorganisation
wurde das Konzept des Memoriam- Gartens, einer innovativen Kooperation
von Steinmetzen und Friedhofsgärtnern, mit dem
Preis gewürdigt. Die Firma Ehlers-Ascherfeld wurde als Vertreterin der
Kooperation ausgezeichnet. Mit einer zukunftsweisenden Art der Gestaltung
und Pflege unterbreitet das Konzept alternative Angebote zu anonymen Bestattungen.
Abschließend
überreichte Bundesministerin Aigner den Siegerinnen und Siegern im Berufswettbewerb
für junge Gärtnerinnen und Gärtner die Ehrenurkunden und Siegermedaillen
(Foto). In ihrer Rede betonte die Bundesministerin, wie wichtig engagierte
und qualifizierte Nachwuchskräfte für die Zukunft des deutschen
Gartenbaus sind. Außerdem sei der Gärtner einer der schönsten
Berufe überhaupt. Der Berufswettbewerb 2009 wurde unter dem Motto Grüne
Berufe sind voller Leben mit uns blüht euch was durchgeführt.
Insgesamt haben 7.401 junge Gärtnerinnen und Gärtner an diesem Wettbewerb,
der alle zwei Jahre stattfindet, teilgenommen. Unter den 78 Landessiegern
wurden anlässlich der BUGA in Schwerin die 18 Bundessiegerinnen und -sieger
ermittelt. Mirko Lettberg, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher
Junggärtner (AdJ), appellierte
anschließend an die Gartenbau-Unternehmer: Schauen sie sich die
75 derzeit besten jungen Gärtner und Gärtnerinnen an. Diese 75
haben es bis hier her auf unterschiedliche Weise geschafft, vielleicht weil
ihre Betriebe sie besonders fördern, vielleicht weil ihnen der Beruf
viel Spaß und Freude bereitet. Solche Azubis und Mitarbeiter sind ein
Segen für den Berufsstand. Und genau diese Eigenschaften herauszubilden,
ist in besonderer Weise Ihre Aufgabe, liebe Gärtnerinnen und Gärtner.
Sie haben die Möglichkeit in der Ausbildung ihre jungen Leute zu unterstützen:
Sie können Perspektiven schaffen!