Friedhofsgärtner: Preisvergabe für Sommerbepflanzung auf BUGA
Westfälische Gärtner unter den Preisträgern

(DBG/LVG-WL) Die Pflanzaktion der Friedhofsgärtner für den Sommerflor war wieder einer der Höhepunkte im Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“ auf der BUGA in Koblenz.
Mehr als 100 Friedhofsgärtner aus allen Teilen Deutschlands waren am letzten Maiwochenende in die diesjährige BUGA-Stadt gekommen, um auf ihren Mustergräbern einen sommerlichen Wechselflor zu pflanzen. Im Gegensatz zur Erstbepflanzung finden die Sommer- und
Herbstpflanzungen während der laufenden BUGA statt und die Besucher haben die Gelegenheit, den Gärtnern bei der Arbeit zuzuschauen, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen. Die „Zutaten“ für die bunten sommerlichen Beete sind häufig Pflanzen, die sich bereits seit langem auf Gräbern bewährt haben: Eisbegonien, Elatior-Begonien oder Edellieschen – Impatiens- Neu-Guinea-Hybriden – gehören zu den Klassikern der sommerlichen Grabbepflanzung. Neu ist, dass diese Arten bunt miteinander gemischt und mit Hilfe von Blatt- und Strukturpflanzen in Szene gesetzt werden.

„Es ist einfach faszinierend, zuzusehen, wie die kleinen und großen Kunstwerke entstehen. Der Ausstellungsteil der Friedhofsgärtner blüht in allen Farben – das ist einfach toll“, fasst eine Besucherin ihre Eindrücke zusammen. Auch dank des sonnigen Wetters waren in diesem Jahr so viele Besucher während der Aktion im Gelände, dass es fast ein wenig eng wurde: „Wir hatten Mühe, unsere Pflanzen und Geräte ans Grab zu bringen. Aber wir freuen uns, dass es so viele Interessierte gibt. Schade nur, dass sich dann im ‚wirklichen Leben‘ so viele Menschen gegen ein individuelles Grab entscheiden“, meint Ernst-Ferdinand Timme, Friedhofsgärtner aus Bonn und langjähriger BUGA-Aussteller.
Für die Friedhofsgärtner ist die Sommerbepflanzung auch immer das „Bergfest“ einer BUGA, das sie mit einem zünftigen Grillfest feiern. Hier dankte Josef Knostmann aus Schwerte, Vorsitzender des BdF-Arbeitskreises „Ausstellung und Gestaltung“ und Vorsitzender der Fachgruppe Friedhofgärtner im Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe, allen Ausstellern für ihr großes Engagement, ohne dass sich der Berufsstand nicht von seiner besten Seite präsentieren könne. Sein Dank ging auch an Johannes Heiser und sein wechselndes Team an Auszubildenden, die den Ausstellungsteil auch im extrem trockenen Mai immer gut gepflegt hatten.

Der Bepflanzung schloss sich dann der zweitägige Bewertungsrundganz einer Fachjury an. Insgesamt fünf Große Goldmedaillen - Auszeichnungen für das beste Grab der jeweiligen Kategorie - und sechs Ehrenpreise wurden dabei an die ausstellenden Friedhofsgärtner vergeben. Im Vergleich zum Frühjahr haben sich die Friedhofsgärtner aus Deutschland und Österreich in ihrem Wettbewerb noch einmal gesteigert.

Eine Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) ging an Thomas Seppelfricke, Gelsenkirchen, der damit für die Gestaltung eines zweistelligen Wahlgrabes ausgezeichnet wurde. Weiterhin vergab die Jury neben 57 Gold-, 40 Silber- und 12 Bronzemedaillen auch sechs Ehrenpreise für besonders gelungene Arbeiten. Einer der Preisträger ist hier Blumen Klose aus Bielefeld, der für eine "vielseitige Pflanzenauswahl mit harmonischen Strukturen und Texturen" mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

Die Herbstbepflanzung findet vom 26. bis 28. August 2011 statt.

Bild: Thomas Seppelfricke (mitte) bei den Pflanzarbeiten auf der BuGa Koblenz. Foto: DBG